Parodontologie

Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates, bei der es aufgrund von Ablagerungen an der Wurzeloberfläche (=Bakterienansammlungen und deren giftigen Stoffwechselprodukten) und weiterer Faktoren über die Ausbildung von Zahnfleischtaschen zum Abbau des zahnumgebenden Knochens kommt.Wegen des chronischen Verlaufs und relativer Beschwerdefreiheit wird die Erkrankung oft vom Patienten gar nicht oder erst sehr spät bemerkt.Unbehandelt droht dabei Zahnverlust.

Gesunde Zähne-gesunder Körper

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Patienten mit Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und eine schlechtere Blutzuckereinstellung bei Diabetes aufweisen.

Neueste Studien haben ergeben, dass in Deutschland jeder zweite Erwachsene in der Altersgruppe von 35 bis 44 Jahren an einer mittelschweren Parodontitis erkrankt ist. In der Gruppe der 65 bis 74jährigen sind es sogar 73%.

Parodontologie ein Leben lang

Um die Krankheit zu vermeiden bzw. ein Fortschreiten zu verhindern, gewinnt die vorbeugend orientierte zahnmedizinische Betreuung von Patienten in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung; dies gilt für alle Altersgruppen gleichermaßen.Neben einer frühzeitigen Diagnostik von Karies, Gingivitis und Parodontitis sind vor allem gezielte Prophylaxemaßnahmen-und hierbei besonders die regelmäßig durchgeführte Professionelle Zahnreinigung (PZR) notwendig.Es gilt, den Entzündungszustand des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates zu beseitigen und danach die entzündungsfreie Situation zu erhalten.Bei diagnostizierten Parodontopathien ist eine systematische Parodontitisbehandlung mit folgenden Behandlungsphasen erforderlich:
In einer Eingangsuntersuchung werden die Anamnese (Krankheitsgeschichte) und
der PSI-Code (=Kurzscreening) erhoben.

Nach 4-6 Wochen erfolgt eine Neubeurteilung der Situation. Um einzelne, entzündungsresistente Bereiche zur Abheilung zu bringen, ist ggf. ein offenes Vorgehen erforderlich.Dabei werden in einem kleinen operativen Eingriff die betreffenden Zähne in örtlicher Betäubung speziell gereinigt, indem das umgebende Zahnfleisch abgelöst wird.

Wurzeloberfläche und Tasche können nun unter Sicht bearbeitet werden. Der Einsatz einer Lupenbrille, sowie ultrafeines Nahtmaterial garantieren für ein schonendes Vorgehen und einen komplikationsloseren Heilungsverlauf.

Spezielle Füllmaterialien (z.B. Emdogain=Protein), die eine bessere Verbindung zwischen gereinigter Wurzel und gesundem Taschenweichgewebe ermöglichen, werden mitunter zeitgleich eingebracht. Diese Techniken erlauben es, Zähne, die früher als nicht erhaltungswürdig eingestuft wurden, zu retten.

3 Punkte Programm

  1. Hygienephase 
    (=Initialtherapie mit 1-2 Vorbehandlungen) Befunderhebung im Rahmen einer weiterführenden Parodontitisbehandlung (=Parodontalstatus, d.h. ein Dokumentationsbogen, der den Istzustand wiedergibt, auch für den Versicherungsträger).
  2. Parodontitisbehandlung 
    (=Tiefenreinigung, ohne das Zahnfleisch abzulösen) -durch eine Kürettage, d.h. das Beseitigen von Ablagerungen von der Wurzeloberfläche und entzündetem Weichgewebe mit Hilfe von Ultraschall-und Handinstrumenten.

    Ganz wichtig und entscheidend für den Langzeiterfolg ist die
  3. Erhaltungsphase 
    (= unterstützende Parodontitistherapie/UPT).

Regelmäßige Nachsorge in Form von professioneller Zahnreinigung garantiert ein vermindertes Auftreten von Karies, weniger Zahnverlust und stabile parodontale Verhältnisse.

Die Erhaltungstherapie ist ein Leben lang bis ins hohe Alter durchzuführen. Die Häufigkeit ist dabei ganz individuell festzulegen (2-4mal pro Jahr). Viele Langzeitstudien belegen den positiven Effekt der Erhaltungstherapie nachhaltig.

ImpressumDatenschutz